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Aus „Allesfilm.com“
Sprache der Gefühle
Othmar Schmiderer begleitet KünstlerInnen von „Afrika! Afrika!“
in ihre Heimatländer. Eine Reise ins Innere eines Kontinents.
von Reinhard Bradatsch
Entwicklungshilfe einmal anders: Die umjubelten ProtagonistInnen von
Andre Hellers grenzwertiger Körperartistik „Afrika! Afrika!“
kehren nach monatelangem Europaaufenthalt in ihre Heimatländer zurück.
Die Mitbringsel sind Zeitungsausschnitte, Videos von Auftritten, Geld
– und Geschichten von einem Kontinent, in dem „Musik nicht
Teil unserer Kultur, sondern ein Geschäft“ ist. Diametral der
Blickwinkel: keine Bilder abgemagerter Menschen, sondern pure Lebensfreude;
kein Mitleidheischen mit Zahlscheinnummer, sondern Musik und Tanz als
die einfachste Form, „auf der ganzen Welt mit anderen zu kommunizieren“.
Und vor allem nicht EIN Afrika, sondern ein Aquarell verschiedenster Farben,
Gerüche und Riten: Bisweilen zu distanziert führt uns Othmar
Schmiderer in das familiäre Umfeld von Mingue, Georges, Tata oder
Dickson, nach Senegal, Ghana, Gambia und den Kongo. Es sind unterschiedliche
Schicksale, die eines gemeinsam haben: Niemand ist in Missmut und Wehleidigkeit
versunken, jeder hat den Karren selbst aus dem Dreck gezogen.
Die Körpermagier von „Afrika! Afrika!“ sind damit auch
zu Vorbildern geworden. Unzählige Nachahmer trainieren auf staubigen
Straßen, viele mit primitivsten Mitteln. Jede Chance wird genutzt,
und sei es, mit alten deutschen Sargwägen ein Geschäft aufzuziehen.
Der größte Unterschied zu uns: Das Leben wird als Geschenk
empfunden. Jeder hat es in der Hand, das beste daraus zu machen.
back to africa ist auf diese Weise mehr als ein Zurechtrücken
eines verstaubten Bildes, es ist vor allem ein Aufrütteln gegen die
Wehleidigkeit und ein Wegweiser zur Hoffnung. |